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San Francisco und Abreise

Montag 09.09.

Zunächst heute noch ein kleiner Exkurs zum Thema Army in den USA. Auf unserer Tour kamen wir auch in der Nähe der größten US-Marine-Base vorbei, welche sich in der Nähe von Twentynine Palms befindet. Das merkt man dann auch im Ort: An jedem Burgerladen und an allen Diners hängt ein großes Schild: „Marines Welcome“, oft gibt es auch spezielle Rabatte. An vielen Autos kleben Sticker mit der Aufschrift: „Proud wife of an US-marine“ (Stolze Frau eines Mitglieds der US-amerikanischen Marine). Manche Motels sind außerdem voll von Soldaten/Soldatinnen, die gerade frei haben und offensichtlich keine eigene Wohnung unterhalten. Für alle Army-Mitglieder oder Veteranen gibt es den Jahrespass für die Nationalparks kostenlos. Wie stark die Armee jedoch mitten in der Gesellschaft steht, zeigt sich uns dann beim Besuch eines ganz normalen Einkaufszentrums: Hier reiht sich ein Armee-Rekrutierungs-Büro wie selbstverständlich ein zwischen Postfiliale,  Nagelstudio und den üblichen Fastfood-Ketten.

 

Doch nun zurück zu unserem heutigen Tag. Vom kleinen Städtchen Three Rivers in der Nähe von Fresno fahren wir heute zurück nach San Francisco und wollen auch noch unseren Mietwagen zurückgeben.

Bisher haben wir fast immer schon bei der Hälfte wieder vollgetankt um Preisvorteile auszunutzen, und weil zwischen der einen und der anderen Tankstelle doch öfters mal ein paar Meilen liegen. Da wir den Tank leer zurückgeben dürfen wollen wir ein bisschen sparen und erst tanken wenn es langsam leer wird, um nicht so viel übrig zu haben. Da wir auf der Interstate 5, DER Verbindungsstraße zwischen Nord- und Süd- Kalifornien fahren sollte es ja auch kein Problem sein den Tank später wieder aufzufüllen. Könnte man meinen, ist aber nicht so Auf den letzten 50 Meilen bis zur Autobahn ist nur Farmland und keine Tankstelle, die ersten 80 Meilen auf der Autobahn sieht es genauso aus. Ergänzend dazu muss man sagen, dass auch nach keiner der Abfahrten eine Stadt kommt, sondern nur endlose Äcker, Viehweiden und evtl. mal eine Ranch. Als die Nadel sich nur noch um Haaresbreite über dem E (für empty =leer) befindet fragen wir einen Trucker der am Rand parkt weil er ein Problem mit seinem Motor hat. Er ist zwar sehr nett, kann uns aber nachdem er seine Karte (nix Navi!) gecheckt hat auch nur sagen, dass es nach North und South ungefähr gleichweit zur nächsten Tankstelle sein müsste. Also tuckern wir ab jetzt mit max. 55 Meilen (ca. 80-90 km/h ) weiter und so langsam werden wir doch beide nervös… Als ich dann in der Ferne meine ein Shell-Zeichen zu erkennen, glaube ich zuerst wirklich an eine Fata Morgana. Aber wir haben Glück! Wie viel Glück wird mir danach noch viel bewusster, da auf den letzten 90 Meilen bis zu unserer Abfahrt nur noch ein oder zwei weitere Tankstellen kommen.

Nachdem auch dieses Problem gelöst ist geht es dann weiter nach San Francisco. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir über die Bay Bridge (nicht die bekannte rote Golden Gate Bridge, aber mit einem wunderschönen Ausblick). Vielleicht interessant zu wissen: Hier muss man immer nur zahlen wenn man in die Stadt reinfährt, das rausfahren ist frei.

Nun noch schnell die Sachen im Hostel abladen und dann das Auto zurückbringen. In 3,5 Wochen sind wir ohne Navi ( :P ) ca. 2670 Meilen, also über 4300(!!!)km gefahren und waren dabei in 4 US-Bundesstaaten (California, Arizona, Utah und Nevada). Da ist es dann doch irgendwie sehr entspannend das Auto endlich ohne Kratzer zurückgeben zu können… Zum Abschluss nervt noch mal der beginnende Feierabendverkehr in SF, aber dann haben wir es geschafft.

Auf dem Rückweg zum Hostel machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch Chinatown und dann reicht es auch für heute.

Dienstag 10.09.

Bei unserem zweiten Besuch hier in San Francisco übernachten wir im „Green Tortoise“-Hostel, zum ersten Mal hier in den USA so ein richtig typischer Backpacker-Laden. Alles ist charakterlich sehr eindeutig und überspitzt eingerichtet, es gibt einen riesigen Aufenthaltsraum und extrem verpeiltes Personal. Natürlich sind hier auch die Gäste dann bunt gemischt. Von jungen Japanerinnen mit zaghaftem Englisch und überambitionierten Sightseeingplänen bis zur Rasta- und Gardinen-als-Hose-Fraktion ist alles dabei.

Eine der Voluntärinnen des Hostelteams läuft den ganzen Tag mit engen Leggins, langen, offenen braunen Haaren und eng anliegendem Oberteil (demonstrativ ohne etwas drunter) herum. Nach einiger Zeit taucht sie dann mit einem Typ im Schlepptau wieder auf. Auf die Frage, wo die Beiden waren meint er „im Paradis“ und schlägt auf dem Weg in ihr Zimmer noch bei seinem Kumpel auf seinen neusten Fang ein.

Schnell kommt man mit den unterschiedlichsten Leuten ins Gespräch und lernt natürlich wieder die unterschiedlichsten Charaktere und Lebensentwürfe kennen. Manche Verhaltensweisen lassen sich aber trotz aller Offenheit dann trotzdem nur noch mit Joint erklären… Gestern Abend spielte außerdem eine Liveband aus Mit-50-ern die Hits aus Ihrer Jugend. Alles in allem also San Francisco live.

 

Da wir unseren (eigentlich viel zu knappen) Budgetplan für diese Reise überraschenderweise mehr als eingehalten haben, beschließen wir heute die Malls (natürlich alles Teil der amerikanischen Kultur =P ) zu erkunden. Trotz Burger-BBQ-Kultur gibt es im Food Court des Einkaufszentrums sogar einen veganen Imbiss und ich gönne mir die ersten „Chicken“-Wings seit Jahren.  Nach dem Mittagessen verprassen wir dann den Rest unseres Budgets bei Victoria’s Secret.

 

Wie die Meisten ja wissen dürften ist San Francisco sehr hügelig. Und wenn ich von „sehr“ spreche, dann heißt das, dass man an manchen Straßen nur im 90° Winkel parken darf, generell die Reifen Richtung Bordstein drehen muss und oft wenn man eine Kreuzung überquert hat erst mal gar nichts mehr sieht, weil es so steil nach unten geht. Interessanterweise gibt es auch nicht den einen höchsten Punkt von dem aus es überall ins Tal geht, sondern die Straßen führen munter bergauf und bergab. Da früher diese Steigung nicht einmal Kutschen mit vielen Pferden schafften wurden die „Cable-Cars“ erfunden. So war zum ersten Mal eine Bebauung auch dieser steilen Teile möglich, da Material im größeren Stil transportiert werden konnte. Heute sind diese Linien im Wesentlichen eine Touristenattraktion und so nutzen wir diese um zur bekannten Lombard Street zu kommen. Auf dieser von Fotos bekannten Straße führt eine befahrbare Route in engen, blumenbepflanzten Serpentinen den Hügel hinunter.

Mittwoch 11.09.

Für unseren letzten Tag hier in San Francisco haben wir eine Tour zum früheren Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz gebucht. Inzwischen ist das hier so eine Touristenattraktion, dass man für die regulären (günstigsten) Tickets manchmal bis zu 3 Wochen früher dran sein muss um zur gewünschten Tageszeit ein Ticket zu ergattern. Auf dem Hinweg um Ufer kommen wir am Coit Tower vorbei, einem Turm als Denkmal für die Feuerwehr von SF. Danach schlendern wir ein bisschen an den Piers entlang. Im Moment ist hier der America’s Cup, also ist überall etwas los. Am Hafen sind Sitzplätze aufgebaut, jedes Restaurant hat die beste Aussicht und nahezu jedes teure Geschäft sponsert das Ganze.

Schließlich bringt uns die Fähre hinüber nach Alcatraz. Auf der Insel gibt es dann für Jeden einen kostenlosen Audioguide der wirklich interessant gemacht ist! Man kann die verschiedenen Zellentrakte besuchen, es gibt Berichte von ehemaligen Insassen und natürlich von den verschiedensten Ausbruchsversuchen. Beim wohl cleversten Versuch haben 5 Männer über Monate hinweg Ihre Zellmauern von den Wärtern unbemerkt mit Löffeln  durchbohrt. Dann haben Sie aus den verschiedensten Materialen (Zement aus der Wand, Seife etc.) ihre eigenen Köpfe nachgebaut und dann abends an Stelle Ihrer selbst ins Bett gelegt. So gelang es ihnen, über eine Art Lüftungsschacht aus den 5qm-Zellen über Nacht unbemerkt auf’s Dach zu fliehen. Dass Sie die Flucht über’s Meer überlebt haben wird aber nicht vermutet. Obwohl es nur 2 km bis zur Küste von SF sind, machen die eisigen Temperaturen des Meeres, die extremen Strömungen und die gelegentlich auftauchenden Haie die Strecke unpassierbar.

Zurück an Land geht’s zur Fisherman’s Wharf und zum Pier 36. Dieser ähnelt ein bisschen dem Brighton Pier im Süden Englands und ist voll mit Essensständen und sehr schönen Souvenirläden. Das Besondere: Am nordwestlichen Ende haben sich Seelöwen angesiedelt. Sie sonnen sich auf extra für sie reservierten schwimmenden Holzplatten, kämpfen übermütig, springen immer wieder ins Wasser und heulen natürlich die ganze Zeit laut.

 Nach einem leckeren „Abschluss“-Burger im Hardrock Café gehen wir noch ein letztes Mal in die Stadt und lassen uns durch die Straßen treiben. Jetzt sind wir wieder zurück im Hostel und ich genieße ein letztes Mal den wunderschönen Ausblick von meinem Bett auf die Skyline. Wir wohnen dieses Mal in einem der viktorianischen (?) Häuser mit Erker und Feuerleiter und mein Bett ist direkt in so einem Erker untergebracht, so dass ich einen wunderschönen Blick über die Straße und die Stadt habe.

 

Morgen früh geht’s dann auch schon wieder zurück und am Freitag sind wir dann wieder in Deutschland, dies ist also (vorerst) mein letzter Eintrag.

Ich kann zwar hier nicht sehen, wer meinen Blog abonniert hat, aber die Besucher- und Abonnentenzahlen werden mir doch angezeigt und ich freu mich riesig, dass auch dieses Mal wieder so viele mitgelesen haben! Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen auf meine Reise mitnehmen.

Liebe Grüße,

Eure Laura

 

PS: Fotos gibt's wie immer bei einem persönlichen Fotoabend

12.9.13 06:30

Letzte Einträge: Typhoon, Nachtmärkte und traumhafter Strand, Vorgelagerte Inseln Cheung Chau und Lantau, 13.10.-19.10. Mein Geburtstag und Junk, Demonstrationen und Zensur in HK, Ein kleiner Einblick was in China so alles anders ist.., Beijing

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